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Schnalzer

 Es wurden zwischen 2015 und 2016
 Es wurden an 37 Tagen 136 Schnalzerproben in Hirschalm durchgefürt.

Momentan haben wir 72 Schnalzer, die wir mit 4 Aktive und 4 Jugendpassen aufweisen können.

Das Aperschnalzen in Waging „Aufdrahd, oane, zwoa, - de dritt geht a´so“

Das Aperschnalzen ist im Alpenvorland ein alter, vorchristlicher Brauch. Über die Entstehung gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die geläufigste Meinung ist, dass es um das Winteraustreiben gehe. Durch Lärm sollen die bösen Mächte der Finsternis und Kälte vertrieben werden. Manche Bauern wiederum glauben an einen Fruchtbarkeitsbrauch, wobei durch lautes Peitschenknallen die unter tiefer Schneedecke schlummernde Saat zu neuem Leben erweckt werden soll.
Die Goaßl mit der geschnalzt wird, besteht aus einem kurzen Holzstiel und eine 3 bis 4 Meter lange geflochtene, sich zum Ende hin verjüngende Hanfschnur, die mit einer Lederschlinge oder einer Metallverbindung daran befestigt ist und mit alter Wagenschmiere oder Huffett in regelmäßigen Abständen bestrichen wird. Am Ende der Goaßl ist der sogenannte Bast angebracht. Zum Schnalzen braucht man Kraft, Geschicklichkeit und das „Gspür“ für den richtigen Rhythmus. Der Knall entsteht, wenn man die Goaßl über den Kopf schwingt und diese dann durch eine ruckartige Gegenbewegung schnalzen lässt. Diese wird dabei 9- bis 11-mal wiederholt. Die Schnalzer treten nicht einzeln, sondern in „Passen“ mit 7, 9 oder 11 Schnalzern an. Diese stellen sich hintereinander, mit entsprechenden Abstand, in einer Linie auf. Der Erste in der „Pass“ ist der „Aufdraher“. Er gibt das Kommando: „Heit´s gschickt ? Oane, zwoa, de dritt geht a´so“.  Auf seinen ersten Schnalzer setzen nacheinander alle ein. Nach dem Letzten der „Pass“ kommt der Aufdraher wieder und somit entsteht ein gleichmäßiger Rhythmus. Das Kommando ist je nach Ortschaft verschieden. Bei Wettbewerben werden die Passen von sieben Preisrichtern nach einem ausgeklügelten Punktesystem bewertet. Sie hören die Schnalzer, dürfen sie aber nicht sehen, um niemanden bevorzugen oder benachteiligen zu können. Bewertet wird nach gleichmäßigem Takt und nach der Lautstärke.
Geschnalzt wird diese Art des Aperschnalzens nur im historischen Rupertiwinkel, also zwischen Tittmoning und Piding, sowie im angrenzenden Flachgau und in der Stadt Salzburg vom Stephanitag bis zum Faschingsdienstag. Erste Aufzeichnungen über das Aperschnalzen gibt es aus dem Jahre 1730 in Gois, urkundlich belegt ist der Brauch seit 1810. Das erste Preisschnalzen fand 1936 in Maxglan statt, weitere folgten in unregelmäßigen Abständen. Zur Erhaltung dieses heimatlichen Brauchtums wurde 1957 die „Schnalzervereinigung des Rupertiwinkels“ mit Sitz in Saaldorf gegründet. Seit dieser Zeit wird das sogenannte „Rupertigau-Preisschnalzen“ jährlich in einem anderen Ort durchgeführt. Zurzeit schnalzen insgesamt ca. 130 allgemeine „Passen“ und 75 Jugendpassen mit insgesamt 1850 Schnalzern. Eine Art Vorbereitung auf diese große Brauchtumsveranstaltung bilden jeweils die Wochen zuvor 7 verschiedene Gemeinde-Preisschnalzen, unter anderen auch das Preisschnalzen rund um den Waginger See, das zum ersten Mal 1980 in Schönram stattfand.
In Waging und Umgebung wurde auch schon vor dem 2. Weltkrieg geschnalzt. Es gibt eine Aufzeichnung von 1936 beim großen Trachtenfest in Bayrischzell, bei der die Waginger Schnalzergruppe auf einem Foto abgebildet ist. Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurde die Entwicklung des Aperschnalzens für mehrere Jahre unterbrochen. Erst nach Kriegsende trat langsam wieder eine Wiederbelebung ein, die zu ersten kleineren Schnalzertreffen führte. In Waging sind hier besonders Jakob Schneider und Anton Hinterreiter sen. zu erwähnen,  die den Burschen das Schnalzen beibrachten und die Goaßl´n wieder instand setzten. 1959 beteiligte sich Waginger Schnalzergruppe mit einer Pass dann das erste Mal beim Rupertigau-Preisschnalzen in Ainring. 1960 wurde die erste Jugendpass in Waging zusammengestellt. Am 29. Januar 1961 richtete der Trachtenverein Waging das 8. Rupertigau-Preisschnalzen auf der Egelseer Wies´n (heute Wilhelm-Scharnow Stadion) aus. An diesem Preisschnalzen beteiligten sich 32 allgemeine und 6 Jugendpassen. Die Waginger Teilnehmer (2 allgemeine und 1 Jugendpass) wurden damals als Ausrichter des Schnalzens nicht bewertet. 1965 und 1966 schnalzte nur noch eine Jugendpass beim Rupertigau-Preisschnalzen mit. 1967 schnalzte diese Jugendpass das erst Mal bei den allgemeinen Passen in Feldkirchen mit und konnte auf Anhieb mit 7 Schnalzern den 7. Platz belegen.
Ab dem Jahre 1969 stellt Matthias Schneider eine neue Jugendpass zusammen, welche dann auch sehr erfolgreich war. Sie gewann 1972 in Teisendorf mit 20 Punkten Vorsprung auf den 2. das 19. Rupertigau-Preisschnalzen bei der Jugend. 1973 gewann die Gruppe Waging I überraschend das 20. Rupertigau-Preisschnalzen in Laufen. Ein weiterer Höhepunkt bei den Waginger Schnalzern war die Eröffnungsfeier zur Fußballweltmeisterschaft 1974 in München, wo eine Pass auftreten durfte. Die nächsten Jahre waren sehr erfolgreich für die Waginger Schnalzerpassen. 1974 wurden zwei Jugendpassen gebildet. Die erste Jugendpass gewann 1978 bis 1980 das Rupertigau-Preisschnalzen sogar 3-mal in Folge. Am 25. Januar 1976 fand das 23. Rupertigau-Preisschnalzen mit 27 Jugend- und 59 allgemeinen Passen auf der Hauer-Wies´n in Fisching statt. Die anschließende Siegerehrung wurde mit 800 Schnalzern im Strandkurhaus Waging abgehalten.
Am 27. Januar 1980 fand in Schönram das 1. Gemeindepreisschnalzen rund um den Waginger See statt. Dabei beteiligten sich 6 Jugend- und 7 allgemeine Passen aus Schönram, Ringham, Kirchanschöring, Tittmoning und Waging. Das Preisschnalzen rund um den Waginger See wurde seither jedes Jahr, abwechselnd an einem anderen Ort ausgerichtet. Die Waginger Schnalzerpassen  nahmen hierbei von Anfang an teil und konnten meist gute Preise erzielen.
In den Jahren 1982, 1983, und 1985 konnte wieder der 1. Preis von der Waginger Jugend beim Rupertigau-Preisschnalzen errungen werden. 1986 fuhr eine Pass aus Waging mit den anderen Passen aus dem Rupertiwinkel nach Cham zum Musikfest, um dort die Schnalzervereinigung zu präsentieren. Ein besonderes Erlebnis wurde die Einladung der Schnalzergruppe Völs am Schlern zum 4. Landesgoaslschnalzer-Treffen-Wettbewerb, der auf der Seiser Alm (Südtirol) im September 1986 stattfand und die Waginger Schnalzer dabei mit 2 Passen vertreten waren. Ab 1983 bis 1990 wurde im Ortsteil Gaden  immer am Faschingssonntag ein großes Faschingsschnalzen veranstaltet, bei dem ca. 60 Schnalzer aus 8 verschiedenen Ortschaften rund um Waging teilnahmen.
Darüber hinaus wirkten die Waginger Schnalzergruppen auch an einigen anderen Veranstaltungen mit. So beteiligt sich die Schnalzerjugend seit ca. 40 Jahren bei den Faschingsumzügen am Faschingsdienstag in Waging. 1990 und 1995 war die Schnalzerjugend mit einer Pass beim Gaujugendtag des Gauverbandes I in Traunstein. Ebenso am 5. November 1994 beim Bayrischen Trachtenjugendtag in Weilheim und am 3. Oktober 2001 beim Vereinigtenjugendtag im Zirkus Krone Bau in München.
Zu erwähnen ist noch das freundschaftliche Treffen der Goiser und Waginger Schnalzer, welches abwechselnd alle paar Jahre einmal „drent“ und einmal „herent“ abgehalten wird.
Zurzeit besteht die Waginger Schnalzergruppe aus 3 Jugend- und 5 allgemeinen Passen mit insgesamt 72 aktiven Schnalzern. Die Schnalzerproben werden seit ca. 45 Jahren  auf dem Moier-Hof in Hirschhalm zwischen dem Stephanitag und Faschingsdienstag abgehalten. Mit Jakob Schneider und Anton Hinterreiter sen., später Matthias Schneider und aktuell Michael Mühlbacher gibt es in Waging seit jeher Personen, die sich mit unzähligen Proben, viel Jugendarbeit und das Herrichten der Goaßln um das Bestehen der Schnalzerpassen kümmern.

Ergebnisse vom Schnalzen

Schnalzerpassen 2013
 

Schnalzerpassen 2005

Die „Mühlberger Trachtler“ waren 1961 und 1975 Ausrichter des
Rupertigau- Preisschlnalzen, das sich großer Beliebtheit erfreute.

 

Die Waginger Schnalzer beteiligen sich seit 1959 beim alljährlichen Rupertigau- Preisschnalzen.

Jedes Jahr wird das Gemeindepreisschnalzen Rund um den Waginger See veranstaltet, die der Trachtenverein Waging 2006 ausrichtet.

Fotogalerie


zum Gauverband I


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